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Titan!

Foto@Marvin Fuchs

Regie: Jette Büshel, Mousonturm Frankfurt

„Ist der Käfig das eigene Anspruchsdenken, ist der Käfig der ständige Druck von außen?“, überlegt Oliver Kahn, als ihm während eines Interviews Rainer Maria Rilkes Gedicht „Der Panther“ vorgelegt wird. Darin heißt es: „Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.“ Rilkes Zeilen führen Kahn zu der beinahe lapidaren Bemerkung: „Ich habe noch selten erlebt, dass ich bei dem, was ich tue, wirklich echte Freiheit erlebt hätte.“ Ein überraschendes Eingeständnis der Torwartlegende, die für ikonische Momente auf dem Platz gesorgt hat. Mit der Stückentwicklung „Titan!“ stellen sich die Regisseurin Jette Büshel und ihr Ensemble die Frage: Was ist wirkliche Freiheit, und in welchen Momenten erleben wir sie in unserem Leben? Mit einem einfühlsamen Blick auf Oliver Kahn begibt sich der Abend auf die ewige Suche nach Glück.

Die gleißende Welt

Uraufführung

Stückentwicklung von F. Wiesel nach dem Roman von Margaret Cavendish

1666 befindet sich Europa inmitten einer kleinen Eiszeit. Es gibt wieder mal eine Pest. London brennt. Während überall Herrschaftsformen umgeworfen, hinterfragt und grundsätzlich neu gedacht werden, wird Margaret Cavendish mit »The Blazing World« zur Vorreiterin der Science-Fiction-Literatur. In einer utopischen Parallelwelt jenseits des Nordpols, umgeben von Tierwesen und fantastischen Technologien, befragt sie weibliche Teilhabe in Gesellschaft, Wissenschaft und Politik. Sie sucht nach Antworten, schafft ein Matriarchat, unterwirft am Ende ganze Planeten und fragt weiter: Welche Welten stellen wir uns vor, wenn die eigene zerfällt? 

(Künstlerisches Gesamtkonzept: Jonas Arndt , Dozentische Betreuung: Sarah Wissner, Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK))

>> I Heart Troja << der Ilias von Homer. Eine szenische Besetzung des Franck-Areals mit Performances und Installationen

»Der Geschmack von Göttlichkeit hat dir schon immer gefallen. Du hast ihn dir angelegt. Du trägst ihn wie ein Duftwasser.«

Der Mythos des Trojanischen Kriegs und dessen Held*innen und Gött*innen prägen bis heute unser kulturelles Gedächtnis. Wieviel Macht hat der Mensch über sein Schicksal? Löscht der Mensch im ewigen Rausch der Gewalt seine Lebensgrundlage aus? Der dreiteilige Abend fragt nach dem Schicksal der Menschheit und folgt dabei spielerisch den großen Held*innen, ohne den Blick für die Namenlosen zu verlieren.

Der Goldne Topf

(Regie: Holger Schultze, Theater Heidelberg )

Foto@Susanne Reichardt

Der Student Anselmus ist vom Pech verfolgt. Jetzt hat er auch noch den Obstkorb einer Marktfrau umgestoßen und muss das bisschen Geld hergeben, das er eigentlich am Feiertag verprassen wollte. Da tut sich hinter der alltäglichen Fassade eine geheimnisvolle Fantasiewelt auf, in der Anselmus sich zu verlieren droht. Plötzlich erscheinen die Marktfrau als Hexe, der Archivar Lindhorst als Salamander und dessen Tochter Serpentina als goldgrüne Schlange. Märchenhafte Parallelwelt oder krankhafte Wahnvorstellung? Zwei unvereinbare Lebensentwürfe stehen Anselmus offen. Eines Tages wird er sich entscheiden müssen.

Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns »Märchen aus der neuen Zeit« (1814) lässt das Wunderbare unvermittelt ins Hier und Jetzt einbrechen. Gerade wegen seiner Vielschichtigkeit fordert »Der goldene Topf« immer neu zur Auseinandersetzung heraus.

LICHTER DER GROßSTAD

(Regie: Caroline Stolz, Antonia Schirmeister, Künstlerische Betreuung des Maskenspiels Sarah Wissner, RLT Neuss)

Fotos@Marco Piecuch

nach dem Film von Charlie Chaplin                                                    

Schauspiel ohne Worte

Wer kennt ihn nicht: den Tramp, Chaplins zeitlose Paraderolle, die sich in dieser Geschichte in ein blindes Blumenmädchen verliebt. Um ihr eine teure Augen-OP zu finanzieren, verdingt sich der Landstreicher in den verschiedensten Berufen. Doch die Welt ist tückisch und so kriegt er trotz abenteuerlicher Manöver nicht genug Geld zusammen. Zum Glück rettet er einem betrunkenen Millionär das Leben, der ihn daraufhin zu seinem besten Freund erklärt. Dessen exzentrischer Charakter verursacht jedoch so viele Turbulenzen, dass unser Held schließlich alles auf eine Karte setzen muss, um seiner Liebsten zu helfen …

FELLINI-EIN TRAUM 

(Regie: Antonia Schirmeister, RLT Neuss)

Fellini

Fotos@Marco Piecuch

Die erste Produktion des RLT in der Reihe WORTLOS! Ein Schauspiel ohne Worte, aber mit Sprache. Einer besonderen Bildersprache, die in Verbindung mit Musik und Geräusch, entführen will in die fantastische Welt eines herausragenden Künstlers. Am 20. Januar 2020 jährt sich Federico Fellinis Geburtstag zum 100. Mal. Wir feiern den großen italienischen Regisseur und sein Werk, indem wir seine Filmsprache und seine künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Realität, in poetische Bilder übertragen.


IN EINEM TIEFEN DUNKLEN WALD

(Regie: Dirk Schirdewahn, RLT Neuss)

Wald

Fotos@Marco Piecuch

Piecuch Maar schuf ein modernes Märchen mit überraschenden Wendungen, Sprachwitz und Situationskomik, das klassische Motive des Genres munter durcheinander bringt. Untiere entpuppen sich hier als eigentlich ganz nette, treudoof vor sich hin müffelnde Höhlenbewohner und Prinzen als Prinzessinnen, die daran interessiert sind, eher selbständig durchs Leben zu gehen, als geheiratet zu werden.


SHOCKHEADET PETER  

(Regie: Philipp Moschitz, RLT Neuss)

Sockheadet

Fotos@Marco Piecuch

Eigentlich hatte Hoffmann nach einem Buch für seinen Dreijährigen zu Weihnachten gesucht, kein rechtes gefunden und kurzerhand selbst Geschichten in ein Heft geschrieben. Er schuf mit »Der Struwwelpeter« einen Klassiker der deutschen Kinderbuchliteratur, ein Buch, welches Generationen das Fürchten lehrte und zu vielen Adaptionen Anlass gab. Immerhin ließ Hoff-mann seinerzeit noch einige seiner Helden überleben und hatte weltweiten Erfolg. An den konnten Phelim McDermott und Julian Crouch durchaus anschließen, als sie sich 1998 des Stoffesannahmen. Ihre groteske Überzeichnung in »The Ultimate Shockheaded Peter« ließ allerdings keine Überlebenden mehr zu. Ihr Blick führt weg von den Ungezogenheiten des 19. Jahrhunderts, hin zu einem anarchischen auf die Gegenwart: die erweiterte Kampfzone der Familie. The Tiger Lillies schrieben dem Text eine Musik zwischen Bänkelgesang und Zirkus. Mehrfach preisgekrönt, durchgeknallt und mitreißend.


WENN MICH EINER FRAGTE

(Regie: Christoph Werner, die Theater Chemnitz)

Ein Stück über Stefan Heym und Chemnitz 

Uraufführung

Wenn mich einer Fragte...

In der Regie von Christoph Werner, untersucht Wenn mich einer fragte … mit dokumentarischen Mitteln und Puppenspiel das Verhältnis von Stefan Heym und Chemnitz. Der alte und der junge Heym kehren zurück und blicken in ihrer je eigenen Perspektive auf die Stadt und eine Lebensgeschichte, die voller Umbrüche, Widersprüche und Visionen steckt und doch eine gemeinsame ist. Was haben sich der Autor Heym und sein junges Ich zu erzählen? Und was hätten sich Chemnitz und der Mensch Heym heute zu sagen?

Foto@Nassa Hashemi


DER MINOTAURUS

Minotaurus

Nach der Vorlage von Friedrich Dürrenmatts Ballade Minotaurus geht Jonas Arndt in dieser Tanz- Masken-Performance mit seinen Tänzern auf die Suche nach dem Menschen im Monster und dem Monster im Menschen.

Der Abend erzählt die tragische Geschichte einer weggesperrten Kreatur – halb Mann, halb Stier –, die kaum die Gelegenheit geboten bekommt, die Welt und sich selbst zu entdecken, bevor sie schon zu einem blutrüstigen Ungeheuer mutiert – oder gemacht wird.

Wir laden Sie ein zu einem Abend, an dem einige Fragen zu Wesen und Entstehung von „Monstrosität“ (i

m Individuum und in der Gesellschaft) gestellt werden und in der wir auf erschreckende Weise unserer eigenen Menschlichkeit begegnen, wie wir es viel zu selten tun.

Es spielen: Tena Kanjo, Patrick Paolucci, Sarah Wissner.
Regie/Konzept: Jonas Arndt
Bühne und Ausstattung: Sarah Wissner
Video: Kim Mauer
Choreographie: Jonas Arndt, Patrick Paolucci
Anleitung Maskenspiel: Sarah Wissner

Fotos@Kim Mauer


WENN…DANN…

Wenn...Dann...

Ein Stück für Kinder ab 4 Jahren über das Entdecken und Erfinden

Das Stück entstand aus einer Kooperation zwischen dem Landesmuseum Württemberg und dem Studiengang Figurenspiel der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und findet im Rahmen der „Schlossgeschichten“ im Jungen Schloss in Stuttgart statt.

Wenn zwei lustige, drollige Erfinder in einem bizarr ausgestatteten Labor losgelassen werden, dann ist das Chaos vorprogrammiert. Das Chaos und der Spaß! Kommen Sie mit auf eine Entdeckungsreise der ganz besonderen Art, auf der die Gesetze der Logik gehörig strapaziert und auch ein wenig verschoben werden. Sie und Ihre Kinder werden sich daran erfreuen, gemeinsam mit unseren Hauptfiguren herauszufinden, an welchem Rädchen man drehen muss, um welches Lämpchen anzuschalten, welcher Schalter welche Falltür öffnet und welche ungeahnte Reaktion wohl daraufhin ausgelöst wird.

Infos und Anmeldung unter: www.junges-schloss.de
Dauer: ca. 40 Minuten
Regie: Jonas Arndt, Simon Mazouri
Von und mit: Sarah Wissner, Anika Herzberg


DIE LANGEN UNTERHOSEN

Eine Performance in Long Johns mit den Studiengang Figurentheater Stuttgart, insziniert von Florian Feisel.

Unterhosen